Flutkatatrophe an der Elbe im Juni 2013

Im Juni 2013 brach während des Hochwassers der Elbdeich in Fischbeck, 30 Kilometer flussaufwärts von uns, und der Strom eroberte sich einen alten Flusslauf zurück. Dieser führt mitten durch den Pfarrbereich Sandau. Viele haben uns gefragt, ob wir auch etwas davon gesehen hätten. Tatsächlich waren - sind - wir so sehr mittendrin, wie man nur sein kann, ohne selbst Schäden am Haus zu haben. Für uns persönlich bestand allerdings nie wirkliche Gefahr, wir wohnen am höchsten Punkt der Stadt Sandau. Die Flut dieses Jahres hat die Pegelstände des "Jahrhunderthochwassers" von 2002 weit übertroffen, und unsere Region ist mit am schwersten geschädigt. Vor der Stadt stand die Elbe bereits wenige Handbreit unter der Deichkrone, als in Fischbeck der Deich brach. Bis das Wasser in Sichtweite kam, war das Medienereignis Flut allerdings schon fast vorbei. Bei uns ging es gerade erst los und ist noch lange nicht vorbei. In vielen Dörfern räumen die Menschen jetzt ihre Häuser aus und sichten die Betriebe ihre Schäden. Vor allem die landwirtschaftlichen: Der größte Teil der Äcker und Weiden ist erst einmal nicht mehr zu gebrauchen. Noch jetzt steht an vielen Stellen eine braune Brühe mit null Sauerstoffgehalt, und besonders nachts liegt neben Mückenwolken oft starker Sumpfgestank über den Ortschaften.

Inzwischen ist die Strom- und Wasserversorgung fast überall wiederhergestellt, nicht aber alle der zerstörten Straßen. Ein normales Leben wird noch auf Wochen und Monate unmöglich sein, und der Dauerschaden für die sehr strukturschwache Region ist noch gar nicht abzusehen. Es haben sich sehr bald die ersten hilfsbereiten Spender gefunden, aber noch sind viele Betroffene so traumatisiert, dass sie die Schäden kaum abschätzen, geschweige denn neben dem wieder einsetzenden Berufs- und Familienleben schon den Wiederaufbau geplant hätten.

Wer spenden will oder Spendenwillige kennt, hier ein Konto, bei dem ich gemeinsam mit anderen Vertretern der betroffenen Gemeinden selbst über die Vergabe mitentscheide. Das ist so nahe wie möglich an dem häufig geäußerten Wunsch, ich möge doch die Adresse einer betroffenen Familie mitteilen:

Kreiskirchenamt Stendal
Konto 1 558 246 037
Blz. 350 601 90
KD-Bank Duisburg
Zweck: Fluthilfe 2013, ggf. genauere Angabe wie Gemeinde oder Pfarrbereich
(www.kirchenkreis.stendal.de)

Ich bin dabei, Bilder und Erlebnisse auf kirchturm-sandau.de online zu stellen. Dort und auf den dort verlinkten Seiten finden sich für Interessierte mehr Informationen.

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